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Nierenzellkarzinom – die häufigste Form von Nierenkrebs

Das Nierenzellkarzinom ist eine eher seltene Krebsart, die meist im fortgeschrittenen Alter auftritt. Manche Risikofaktoren finden sich im Lebensstil, eine Therapie hat in frühen Phasen noch gute Aussichten auf Erfolg.

Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom ist eine eher seltene Krebsart, die meist im fortgeschrittenen Alter auftritt

Nieren entgiften den Körper und regulieren den Wasser- und Salzhaushalt. Dabei sind sie starken Belastungen ausgesetzt: Täglich filtern sie etwa 120 Liter Primärharn, der mit Umweltgiften und aggressiven Stoffwechselprodukten angereichert ist. Mit einer Überlastung der Niere steigt auch die Gefahr, dass sich Tumore bilden.

Wie entsteht ein Nierenzellkarzinom?

Nierenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten, in Deutschland erkranken jährlich etwa 15 000 Menschen daran1. Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. In 9 von 10 Fälle entsteht der Tumor direkt aus den Zellen des Nierengewebes, von Ärzten meist als Nierenzellkarzinom bezeichnet.

Wie ein Nierenzellkarzinom entsteht, können Forscher noch nicht sicher sagen. Sie kennen allerdings zahlreiche Risikofaktoren, die dessen Entwicklung begünstigen. Manche dieser Faktoren hängen mit dem Lebensstil zusammen, wie etwa Rauchen, Übergewicht und erhöhter Blutdruck2.

Auch eine chronische Überlastung der Niere, etwas durch wiederholte Entzündungen oder schädigende Medikamente, kann die Entstehung von Krebs begünstigen. Anscheinend sind auch Berufsgruppen verstärkt gefährdet, die häufig Umgang mit giftigen Substanzen wie Halogenkohlenwasserstoffen haben. In seltenen Fällen spielen zudem erbliche Vorbelastungen eine Rolle.

Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Im Mittel erkranken Männern in einem Alter von 68 Jahren, Frauen etwas später mit 72 Jahren.

Welche Formen gibt es?

Ärzte unterscheiden unterschiedliche Arten von Nierenzellkarzinomen. Die Hauptform nennt sich klarzelliges Nierenzellkarzinom – etwa 8 von 10 Fällen gehören zu dieser Gruppe. Der Name bezieht sich auf Kennzeichen des Krebsgewebes, die nach einer Biopsie unter dem Mikroskop sichtbar werden.

Die übrigen werden als nicht-klarzellige Nierenzellkarzinom bezeichnet. Dazu gehören eine Reihe von Subtypen, die aber jeweils sehr selten sind: etwa das papilläre und das chromophobe Karzinom3.

Ein häufiges Problem ist das Auftreten von Metastasen. Deren Verbreitung wird wohl auch dadurch erleichtert, dass die Gewebe der Niere sehr gut durchblutet sind. Etwa die Hälfte der Patienten ist früher oder später betroffen4: Je größer der Primärtumor ist, desto höher ist das Risiko für Metastasen. Absiedlungen finden sich am häufigsten in Lunge, Knochen, Lymphknoten und Leber.

Ist ein Nierenzellkarzinom heilbar?

Mindestens die Hälfte der Tumore wird in einem frühen Stadium entdeckt, meist durch Zufall bei einer Ultraschalluntersuchung. Der Tumor hat dann noch keine Metastasen gebildet und bleibt auf das Nierengewebe begrenzt. Er ist in dieser Phase meist noch gut behandelbar: Neun von 10 Patienten überleben fünf Jahre oder länger5.

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Die Behandlung von frühen Phasen beruht meist auf einer Operation, bei der die erkrankte Niere teilweise oder vollständig entfernt wird. Chemotherapien haben sich als ungeeignet erwiesen, Strahlentherapie werden nur in späten Phasen zur Linderung der Symptome eingesetzt.

In späteren Phasen können zielgerichtete Medikamente das Wachstum des Tumors verlangsamen oder stoppen. Diese sind allerdings nur für eine begrenzte Zeit wirksam, so dass oft ein Wechsel zu einem anderen Wirkstoff nötig wird.

Seit einigen Jahren stehen den Ärzten Immuntherapien zur Verfügung, die etwas bessere Erfolge verzeichneten6. In den späten Erkrankungsphasen zählen diese Checkpoint-Inhibitoren zu den Mitteln der ersten Wahl. Dennoch sind die Überlebenschancen deutlich niedriger: Bei einem ausgebreiteten Tumor 69 % haben sich Metastasen gebildet nur noch 14 %.

Teil 1/3: Nierenzellkarzinom - die häufigste Form von Nierenkrebs
Teil 2/3: Ungesunder Lebenswandel erhöht das Risiko
Teil 3/3: Operationen und Immuntherapien
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1 Zentrum für Krebsregisterdaten, Nierenkrebs, Robert Koch-Institut, Stand Dezember 2019 (Link)
2 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Stiftung Deutsche Krebshilfe Patientenleitlinie Nierenkrebs im metastasierten Stadium, Leitlinienprogramme Onkologie, August 2016 (Link)
alle Referenzen anzeigen 3 Massari et al., Immunotherapy in renal cell carcinoma from poverty to the spoiled of choice, Immunotherapy, Oktober 2019 (Link)
4 Deutsches Krebsforschungszentrum, Moderne Immuntherapie bei urologischen Tumoren, krebsinformationsdienst.de, Juli 2019 (Link)
5 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Stiftung Deutsche Krebshilfe S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms, Leitlinienprogramme Onkologie, August 2020 (Link)
6 Xu et al., Checkpoint inhibitor immunotherapy in kidney cancer, Nature Reviews Urology, März 2020 (Link)

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Kurz und knapp

  • Nierenkrebs ist eine eher seltene Krebsart, die Männer häufiger als Frauen trifft
  • die häufigste Form ist das Nierenzellkarzinom
  • einige Risikofaktoren begünstigen die Entstehen, die eigentliche Ursache bleibt aber meist unklar
  • frühe Phasen sind durch Operationen meist gut behandelbar
  • in späteren Phasen können zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien das Leben verlängern
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