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Operationen und Immuntherapien helfen bei Nierenzellkarzinomen

Wird ein Nierenzellkarzinom früh entdeckt, kann es meist gut operiert werden. In späteren Phasen sind Immuntherapien das Mittel der Wahl.

Therapie von Nierenkrebs

Operationen, zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien helfen beim Nierenzellkarzinom

Ein Nierenzellkarzinom verursacht anfangs nur selten Beschwerden. Frühe Stadien werden daher eher zufällig entdeckt, wenn der Arzt eine Ultraschalluntersuchung für andere Beschwerden durchführt. Der Tumor hat sich dann noch nicht in andere Gewebe ausgebreitet oder Metastasen gebildet.

Operation meist erfolgreich

Etwa 50 – 70 % der Nierenzellkarzinome werden in einem Stadium entdeckt, in dem eine Operation noch sehr aussichtsreich ist1. Das Ausmaß der Operation hängt von der Größe des Tumors ab. Bei kleineren Tumore bis etwa 7 Zentimeter muss nur der befallene Teil der Niere entfernt werden. Haben die Tumore diese Größe bereits überschritten, wird der Arzt je nach Befund entscheiden2. Wenn der Tumor sich bereits in das umliegende Fettgewebe ausbreitet, muss in der Regel die gesamte Niere entfernt werden.

Da in der Regel nur eine Niere vom Krebs betroffen ist, kann die verbleibende gesunde Niere den Großteil der Körperfunktionen übernehmen. Die Operation ist daher meist erfolgreich: 90 % der Patienten überleben mindestens weitere fünf Jahre3.

Chemotherapien und Bestrahlungen, die bei anderen Krebsarten erfolgreich sind, finden beim Nierenzellkarzinom keine Anwendung. Chemotherapien haben sich als kaum wirksam erwiesen und Strahlentherapien werden nur eingesetzt, um manchen Formen von Metastasen zu lindern.

Fortgeschrittene Stadien sind schwer zu behandeln

Ist das Nierenzellkarzinom weiter fortgeschritten, treten erste Symptome auf: blutiger oder dunkler Urin, Schmerzen im seitlichen Rückenbereich, Gewichtsverlust und Bluthochdruck4. Der Tumor ist dann meist über die Niere herausgewachsen und eine Operation kann die weitere Ausbreitung nicht mehr verhindern.

Der Arzt wird dann versuchen, den Krebs im ganzen Körper mit Medikamenten zu bekämpfen (systemische Therapie). Lange Zeit basierte diese Therapie vor allem auf zielgerichteten Medikamenten: Wirkstoffe, die Signalmoleküle in den Krebszellen blockieren oder die Versorgung des Tumors durch neue Blutgefäße verhindern. Diese Medikamente sind jedoch nur zeitlich begrenzt wirksam, da der Krebs fast immer Resistenzen entwickelt.

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Alternativ können Ärzte versuchen, das Immunsystem im Kampf gegen den Krebs zu mobilisieren. Dies erfolgte anfangs noch durch die Gabe von Botenstoffen des Immunsystems, etwa der Zytokine Interferon-alpha und Interleukin-2. Der Erfolg blieb aber begrenzt, und so werden Zytokine heute eher selten und nur in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt.

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren

Seit 2016 hat sich eine neue Generation von Immuntherapien durchgesetzt. Diese zielt auf ein Grundproblem der Krebsbekämpfung: Das Immunsystem erkennt Nierenzellkarzinome häufig sehr gut, wirksame Abwehrmaßnahmen werden allerdings vom Krebs blockiert5. Wirkstoffe aus der Klasse der Checkpoint-Inhibitoren lösen diese Blockade und ermöglichen Immunzellen die Bekämpfung des Tumors.

Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab und Avelumab werden meist zusammen mit zielgerichteten Medikamenten verabreicht, bei schlechteren Prognosen ist auch die Kombination von Ipilimumab und Nivolumab möglich.

Dennoch sind die Checkpoint-Inhibitoren keine Wundermittel, die Überlebensraten sinken mit dem Fortschreiten des Karzinoms deutlich ab. Ist der Tumor bereits in umliegende Gewebe vorgedrungen, leben nach fünf Jahren nur noch etwa 7 von 10 Patienten. Haben sich bereits Metastasen gebildet, sind es nur noch 1 bis 2 von 10 Patienten3.

Nierenzellkarzinome fordern immer noch zahlreiche Opfer, die Möglichkeiten zur Behandlung sind in den letzten Jahren aber deutlich besser geworden. Da die Entwicklung der Immuntherapien weiter andauert, könnten sich hier in Zukunft auch noch weitere Verbesserungen ergeben.

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1 Zentrum für Krebsregisterdaten, Nierenkrebs, Robert Koch-Institut, Stand Dezember 2019 (Link)
2 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Stiftung Deutsche Krebshilfe Nierenkrebs im frühen und lokal fortgeschrittenen Stadium, Leitlinienprogramme Onkologie, August 2016 (Link)
alle Referenzen anzeigen 3 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Stiftung Deutsche Krebshilfe S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms, Leitlinienprogramme Onkologie, August 2020 (Link)
4 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V., Stiftung Deutsche Krebshilfe Patientenleitlinie Nierenkrebs im metastasierten Stadium, Leitlinienprogramme Onkologie, August 2016 (Link)
5 Xu et al., Checkpoint inhibitor immunotherapy in kidney cancer, Nature Reviews Urology, März 2020 (Link)

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Kurz und knapp

  • bei früher Diagnose werden Nierenzellkarzinome meist durch eine Operation entfernt
  • bei rechtzeitiger Operation leben 90 % der Patienten noch mindestens fünf weitere Jahre
  • in fortgeschrittenen Phasen können zielgerichtete Medikamente die Ausbreitung zeitweise aufhalten
  • Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren sind gut wirksam und das heute das Mittel der Wahl
  • die Überlebensraten sinken in fortgeschrittenen Phasen dennoch auf 40–70 % ab
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