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Leberkrebs - ein weltweites Problem

Leberkrebs gehört weltweit zu den fünf häufigsten Krebsarten. Asien und Afrika sind stark betroffen, In Europa ist die Erkrankung eher selten.

Die menschliche Leber hat eine beeindruckende Fähigkeit zur Regeneration: Ein Viertel der ursprünglichen Masse reicht aus, um das Organ wieder vollständig herzustellen. Doch wenn eine langjährige Überlastung sich zu einer chronischen Entzündung ausweitet, droht die Entwicklung von Krebs.

Verbreitung von Leberkrebs

Leberkrebs ist in Ost-Asien und Afrika verbreitet

Etwa 800 000 neue Fälle von Leberkrebs sind weltweit pro Jahr zu ver­zeichnen1, vor allem in Ost-Asien und Afrika. In den westlichen Staaten sind meist ältere Menschen betroffen, im Durchschnitt sind die Erkrankten älter als 70 Jahre. In Deutschland treten jährlich etwa 9000 neue Fälle auf, wobei es Männer mehr als doppelt so häufig trifft wie Frauen3.

Wie entsteht Leberkrebs?

Bevor Krebs entsteht, hat die Leber meist eine langjährige, chronischen Entzündung hinter sich. Auslöser sind oft Viren, Alkohol oder eine ungesunde Ernährung. Ärmere Länder in Asien und Afrika sind besonders betroffen, da hier zwei ungünstige Umstände aufeinander treffen: Häufige Infektionen mit Hepatitis-Viren und Verunreinigung der Nahrung mit dem Pilzgift Aflatoxin. Beide Faktoren gelten als wichtige Ursachen von Leberkrebs.

In den westlichen Industriestaaten sind Virus-Infektionen seltener und die Qualität der Nahrung besser - Leberkrebs tritt daher deutlich seltener auf. Neben Viren spielen Zirrhosen und andere chronische Entzündungen eine wachsende Rolle. Diese entstehen nach Alkoholmissbrauch oder sehr ungesunder Ernährung - die sogenannte Fettleber.

Da die Zahl der übergewichtigen Menschen in den reichen Länder zunimmt, treten auch chronische Leberentzündungen häufiger auf. Die Folge: In den letzten 30 Jahren haben sich die Fälle von Leberkrebs verdoppelt. Experten befürchten, dass dieser Trend weiter anhält2.

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Welche Formen von Leberkrebs gibt es?

In drei Viertel aller Fälle entsteht Leberkrebs aus Leberepithelzellen oder Hepatozyten, der häufigsten Zellart des Organs. Diese Form nennt sich hepatozelluläres Karzinom. Deutlich seltener ist das cholangiozelluläre Karzinom, das aus Zellen des Gallengangs entsteht. Beide Krebsarten verursachen ähnliche Beschwerden, erfordern aber eine andere Behandlung.

Nur in Ausnahmefällen bilden auch andere Zellarten den Ursprung von Leberkrebs. Allerdings siedeln sich in der Leber oftmals Metastasen an - Tochtergeschwülste von Tumoren, die sich in anderen Organen gebildet haben. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich vom eigentlichen Leberkrebs.

Ist Leberkrebs heilbar?

Wird Leberkrebs rechtzeitig entdeckt, ist er gut zu operieren: Oft muss nur der befallene Teil der Leber entfernt werden, der dann rasch durch gesundes Gewebe ersetzt wird. Doch in der Regel wird der Tumor erst in einem späten Stadium auffällig, in dem Operationen für die meisten Patienten - die oft schon stark geschwächt sind - kaum mehr Erfolg versprechen.

Der Krebs ist dann kaum noch zu behandeln: Nur etwa einer von zehn Patienten überlebt länger als fünf Jahre. Drei Medikamente können auch in späteren Stadien das Leben um wenige Monate verlängern - doch eine Heilung bewirken sie in der Regel nicht.

Trotz intensiver Bemühungen sind bislang alle Versuche fehlgeschlagen, wirksamere Medikamente für Leberkrebs zu entwickeln. Die Medizin steht also immer noch vor einer großen Herausforderung. Eine effiziente Vorbeugung - durch Impfungen oder Umstellung der Ernährung - ist wohl der aussichtsreichste Weg, um die Zahl der Leberkrebsfälle zu verringern.

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1 IARC, Liver Cancer: Estimated number of new cases in 2018, worldwide, both sexes, all ages (Link)
2 B. Morgan, The liver labyrinth Navigating, Nature, Dezember 2014 (Link)
3 Robert Koch-Institut, Krebs in Deutschland 2014 (Link)

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Kurz und knapp

  • Leberkrebs ist fast immer Folge einer chronischen Entzündung, die oft durch Viren oder Alkoholmissbrauch ausgelöst wird
  • fast 90 % der Leberkrebsfälle treten in wenig entwickelten Länder auf
  • die häufigste Form von Leberkrebs (das hepatozelluläre Karzinom) entsteht aus Leberepithelzellen, den Hepatozyten
  • frühe Stadien des Leberkrebs können operativ geheilt werden
  • meist wird der Tumor zu spät entdeckt, und dann ist er nur schwer zu behandeln
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