Grundlagen

CAR-T-Zellen bekämpfenden Krebs im Körper des Patienten
CAR-T-Zellen bekämpfen Krebs

CAR-T-Zellen erkennen Tumore, die für das Immunsystem unsichtbar sind. Sie entstehen aus einer bestimmten Sorte von Immunzellen, den T-Zellen, die Ärzte aus dem Körper der Patienten isolieren und im Labor mit einem CAR-Molekül ausstatten.

CAR – ein Rezeptor aus dem Baukasten

Der chimeric antigen receptor (CAR) ist ein künstliches Signalmolekül, das Krebszellen erkennt und eine Abwehrreaktion von Immunzellen auslöst. Es ist aus mindestens drei Bausteinen zusammengesetzt, die von natürlichen Proteinen stammen.

Bei welchen Erkrankungen helfen CAR-T-Zelltherapien?

Zugelassen sind CAR-T-Zellen bislang nur bei Leukämien und Lymphomen, ihr Einsatz wird aber auch bei Tumoren in Brust, Lunge, Darm, Prostata und Gehirn getestet. Langfristig ist auch die Behandlung von HIV-Infektionen und Autoimmunerkrankungen denkbar.

Nebenwirkungen

CAR-T-Zellen lösen einen Zytokinsturm aus
CAR-T-Zellen haben schwere Nebenwirkungen

Nach einer CAR-T-Zelltherapie hat fast jeder Patient mit Nebenwirkungen zu kämpfen – hohes Fieber, Herzrasen, Atemnot. Häufig ist die Funktion lebenswichtiger Organe gestört und eine Einweisung auf die Intensivstation wird unvermeidlich. In der Regel legen sich diese Beschwerden jedoch innerhalb weniger Tage.

CAR-T-Zellen erzeugen einen Zytokinsturm

CAR-T-Zellen setzen im Körper des Patienten Botenstoffe frei, die unerwünschte Reaktionen auslösen können. Ärzte bezeichnen dies als Zytokinfreisetzungs-Syndrom, in schweren Fällen auch als Zytokinsturm. Die heftige Entzündungsreaktion kann viele Körperorgane beeinträchtigen und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen.

Zugelassene Therapien

CAR-T-Zellen werden mit einem künstlichen Rezeptor ausgestattet und eliminieren Krebszellen
Kymriah: Leukämien und Lymphome

Die CAR-T-Zelltherapie Kymriah behandelt aggressive Formen der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL). Fast die Hälfte der Patienten hat eine deutlich verlängerte Überlebenszeit.

Yescarta: B-Zell-Lymphome

Die Gentherapie Yescarta nutzt CAR-T-Zellen für die Therapie des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL). Etwa die Hälfte der Behandelten kann darauf hoffen, mindestens zwei weitere Jahre zu überleben.

Tecartus: Mantelzell-Lymphome

Mantelzell-Lymphome entstehen in den Lymphdrüsen und breiten sich rasch im Blutstrom aus. Eine Behandlung mit CAR-T-Zellen wird dadurch erschwert: Es besteht die Gefahr, dass schnell wachsende Krebszellen im Blut die Therapie verunreinigen.

Tecartus ist eine Variante der bereits zugelassenen Therapie Yescarta, die allerdings einen aufwendigen Reinigungsprozess durchläuft und daher besser für die Therapie mancher B-Zelllymphome geeignet ist. Seit Juli 2020 ist Tecartus in den USA zugelassen, seit Dezember 2020 auch in der Europäischen Union.

Breyanzi: B-Zell-Lymphome

Die Gentherapie Breyanzi behandelt hartnäckige B-Zell-Lymphome und kann die Überlebensdauer deutlich verlängern. Bislang ist sie nur in den USA zugelassen.

Abecma: Multiples Myelom

Das Multiple Myelom ist eine schwere Krebserkrankung, die sich im Knochenmark ausbreitet. Trotz zahlreicher Medikamente ist eine Heilung kaum möglich und das Risiko eines Rückfalls bleibt hoch. Die Gentherapie Abecma beruht auf CAR-T-Zellen, die den Krebsmarker BCMA erkennen. In schweren Fällen kann Abecma das Leben um mehrere Monate verlängern.

 

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