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Was sagt das Gesetz zum Vaterschaftstest?

Das Gesetz hat dem Vaterschaftstest klare Grenzen gesetzt. Wer sie übertritt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Vaterschaftstest und Recht

Wichtige gesetzliche Regeln beim Vaterschaftest

Ein Vaterschaftstest ist schnell gekauft, ein Klick im Internet oder ein Gang zur Apotheke genügt. Doch das heißt nicht, dass er gedankenlos verwendet werden kann: Vor dem Gesetz ist der Vaterschaftstest ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Es gibt also einige Punkte zu beachten.

Ohne Einverständniserklärung kein Test

Die wichtigste Regel: Nichts ohne Einverständnis. Ein Vaterschaftstest darf nur durchgeführt werden, wenn alle Beteiligten schriftlich ihre Zustimmung erteilt haben. Bei einem unmündigen Kind müssen alle Sorgeberechtigten zustimmen, also in der Regel auch die Mutter. Erst mit der Volljährigkeit kann ein Kind selber entscheiden.

Wer sich über die Regeln hinwegsetzt und einen Vaterschaftstest ohne die notwendigen Einwilligungen durchführt, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Heimliche Test können mit bis zu 5 000 Euro geahndet werden1. Dies gilt auch, wenn der Vaterschaftstest in einem ausländischen Labor erfolgt.

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Die Mutter weigert sich

Doch was passiert, wenn die Mutter das Einverständnis verweigert? Dann bleibt nur der Gang vor das Gericht. Da dem gesetzlichen Vater das Recht auf einen Vaterschaftstest zusteht2, wird ein Familiengericht seinem Antrag zustimmen - es sei denn, das Wohl des Kindes ist dadurch gefährdet. Die richterliche Weisung ersetzt dann das mütterliche Einverständnis, und der Test kann legal durchgeführt werden.

Das Recht auf einen Gerichtstermin hat allerdings nur jemand, der bereits vor dem Gesetz als Vater gilt. Wer glaubt, dass er ein Kind gezeugt hat, aber nicht als Vater bei den Behörden angemeldet ist, muss den Weg über eine Vaterschaftsfeststellungsklage gehen. Das darf er allerdings nur, wenn dabei das Wohl des Kindes nicht beeinträchtigt wird2.

Unabhängige Abnahme der Proben

Für einen Vaterschaftstest müssen zuerst Gewebeproben entnommen werden, um Ausgangsmaterial für die Analyse des Erbguts zu erhalten. Auch für die Entnahme der Gewebeproben gelten klare Regeln: Sie muss durch eine unabhängige und geeignete Person erfolgen, wie etwa Ärzte oder Mitarbeiter des Jugendamtes1. Es wäre sonst zu einfach, das Ergebnis des Vaterschaftstests durch fremde Gewebeproben zu verfälschen.

Letztlich gelten auch für die Labore, welche den Vaterschaftstest durchführen, strenge gesetzliche Bestimmungen. Sie müssen offiziell akkreditiert sein und in regelmäßigen Untersuchung ihre fachliche Eignung unter Beweis stellen.

Heimliche und somit illegale Tests sind auch für die durchführenden Labors eine teure Angelegenheit: Strafen von bis zu 300 000 Euro sind möglich1. Kein Wunder also, dass alle Anbieter auf ihren Webseiten vorsorgen und gesetzlich einwandfreie Vordrucke für die Einwilligung vorrätig halten.

1 Gendia­gnostik­gesetz, 1. Februar 2010 (Link)
2 Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungs­verfahren, gültig seit dem 1. April 2008 (Link)

Vaterschaftstest und Recht

Wichtige gesetzliche Regeln beim Vaterschaftest
Um das Persönlichkeitsrecht zu schützen, muss jeder Vaterschaftstest mindestens zwei rechtliche Bedingungen erfüllen.
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Kurz und knapp

  • Vaterschaftstests erfordern die schriftliche Zustimmung aller Beteiligten
  • bei unmündigen Kindern muss in der Regel auch die Mutter einem Vaterschaftstest zustimmen
  • gesetzliche - aber nicht unbedingt biologische - Väter können einen Vaterschaftstest gerichtlich erzwingen
  • heimlich durchgeführte Vaterschaftstests werden mit Strafen bis zu 5 000 Euro geahndet
  • die korrekte Abnahme der Gewebeproben für einen Vaterschaftstest muss durch einen Zeugen bestätigt werden
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